Tagesbericht, 22. Mai 2016

Der Wind war nicht so stark, wenn ich die Hängematte installiert habe, gestern abend. Es ist jetzt 3 Uhr und das Überdach, das mich vom Regen schützt, ist nicht mehr fest. Es regnet zum Glück nicht, macht aber trotzdem Lärm. Es ist auch schon hell, aber ich muss versuchen zu schlafen, mein Körper braucht noch Zeit um fit zu sein. Schaffe es so oder so, aber um 5 steh ich auf.

Schon wieder ein Sonnenuntergang...

Schon wieder ein Sonnenuntergang…

Es ist nicht nur windig, es is auch wieder mal echt kühl. Regen habe ich seit dem Anfang wenig gehabt, und, ausser zwei Tage in Riga, seit 3 Wochen gar nicht mehr. Aber warm wird’s oft immer noch nur ab zehn Uhr. Egal, schaue mir mal das Bild von gestern abend an; schon wieder ein Sonnenuntergang, ich weiss, aber irgendwann wird es doch wohl perfekt sein, oder? 😉 Das Bild ist nicht schlecht, hätte aber sicher etwas besseres machen können, wenn ich nicht auch noch gegen 47 Mücken kämpfen müssen hätte! (Vielleicht waren’s auch mehr…)

Bin heute also früh unterwegs und komme vor 9 Uhr an der Grenze mit Russland an. Die erste Grenze seit dem Anfang. Eigentlich ganz einfach: ein kleines Formular muss ich noch ausfüllen, dann schaut die Frau das Foto im Pass an, dann mich, und nochmal das selbe Spiel mit dem Visum. « Gibt es wirklich Schweizer, die mit einem gestohlenem Pass nach Russland gehen möchten? » denke ich mal für mich… 🙂

Es gibt Grenzen, wo alles gemacht wird um ein guten Eindruck vom Land zu geben, und nach ein paar Kilometer sieht man wie es wirklich aussieht. Das ist hier nicht der Fall: ab dem ersten Meter sieht man das das Land kein Geld hat für Straßen und die Häusern sehen auch kritisch aus. Hole mir zu erst ein paar Rubel, und dann ein Kaffee in einer Tankstelle, da ich in diesem windige morgen keine Chance hatte, mit meinem Benzinkocher Wasser zu wärmen.

Spasiba viel mal! :)

Spasiba viel mal! :)

Es geht dann weiter, auf der einzige geteerte Straße, gegen Osten. Es sind genug Autos auf der Straße, aber es ist zum Glück Sonntag und wäre sonst sicher schlimmer. Nach etwa 20 km kann ich die Straße entlassen für eine kleinere. Um 14 Uhr habe ich schon 80 km hinter mir und brauche mal ne kleine Pause. Super, da ist ja gerade ein See! Es sind einige Leute am fischen; begrüße mit einem « Hi » da ich noch kein Wort russisch weiss. Drei von denen sagen etwas und lachen ein wenig, ist mir eigentlich gewöhnt, und ist auch kein Problem. Dann fragt mir einen etwas, das ich nicht verstehe. « Englisch? Deutsch? Français? ». Keine Chance, aber ich sehe das er mein estnische Fahne am Fahrrad zeigt, die mir von Aivo geschenkt wurde. « Schweiz, Switzerland! ». Nochmal verstehen sie es nicht. Hole meine Karte und zeige ihnen mein Weg, von der Schweiz bis hier. Sie gratulieren mich und fragen wie lange ich unterwegs bin. Dann bekomme ich sogar noch zwei Fische, die ein wenig früher noch im See waren! 🙂 Ich frage, wie man auf russisch « Danke » sagt, und ob wir ein Foto machen können. Dann gehen die Fischer, und ich esse was.

Es bräglet!

Es bräglet!

Auf dem Weg kaufe ich noch 5 Kartoffeln. Um 17 Uhr finde ich ein Platz an einem Bach und mache ein Feuer. Das Holz ist nass und habe ein wenig Mühe, das Feuer zu starten, aber mit ein wenig Benzin brennt ja alles! 😉 Mache am Bach meine zwei Fische parat, und nach 20 Minuten Kochzeit ist mein Abendessen bereit: Fisch, Kartoffeln und… ja, natürlich, Aromat!!! 😉 Ist vielleicht nicht das feinste Abendessen das ich in meinem leben gegessen haben, aber das coolste dieser Reise sicher.

Du hast alles dabei wenn du Aromat dabei hast! :)

Du hast alles dabei wenn du Aromat dabei hast! :)

Danach fahre ich noch ein wenig, weil ich ein Ecken brauche, wo ich meine Hängematte installieren kann. Unterwegs mache ich für mich ein paar Witzen über Straßenzustand, der gleich schlimm wie in Polen ist, und es geht nicht lange bis mir eine Speiche kaputt geht… Finde ein Ort wo ich schlaffen kann, ersetzte die Speiche und kämpfe gleichzeitig gegen… 47 Mücken!

Es ist nicht wirklich spät wenn ich in der Hängematte liege, aber brauche nicht lange bis ich schlafe. Mann, das war ein vollen Tag!

PS: Ich lese nur ungern französische Texte mit viele Fehlern. Wenn jemand meine Texte auf deutsch korrigieren möchte, bevor sie im Internet sind, wäre ich sehr dankbar! (Markus? Schreibe ja eigentlich nur wegen dir auf deutsch…)