Tagesbericht, 11. Dezember 2016

fuentede

Wo ich die fünf letzten Jahre gearbeitet habe hat man das « Flexibilität » benennt. In den Ferien sagt man lieber « Freiheit », obwohl das Wort nicht so richtig tönt wenn es dunkel wird und man immer noch nicht weiß wo heute zu schlafen. Aber das Prinzip ist das selbe: am Morgen kann keiner sagen was aus dem Tag kommt. Flexibilität, Freiheit, Spontanität, wenn nicht sogar Kreativität; das ist mein langweiliger Alltag. 🙂

Heute Morgen stehe ich in San Vincente de la Barquera auf, am Atlantik. Nach einem Ruhetag hier will ich mal näher zu den Weisse Spitzen kommen, die ich seit Santander am Horizont sehe: Picos de Europa ist der Name. Zuerst geht es durch das Desfiladero de la Hermida. Es ist Sonntag und es sind relativ viele Autos unterwegs, aber die Schlucht ist trotzdem ganz schön. Was mit dem Rad so cool ist, gegenüber mit dem Auto, ist das ich mehr als eine Stunde unterwegs bin wenn die andere schon lange in einem langweilige Restaurant sitzen. 🙂

In Potes mach ich eine kurze Halt, aber es sind mir zu viele Leute hier. Ich habe jetzt zwei Möglichkeiten: entweder gehe ich nach Fuente Dé, eine Sackgasse bei 1100m ü. M. wo eine Luftseilbahn ist, ohne zu wissen ob sie noch offen ist. Die andere Option ist weiter zu fahren, bis zum Pass Puerto de San Glorio. Fuente Dé wurde mir gestern noch empfohlen und entscheide mich schlussendlich für diese Lösung.

Der Weg ist wunderschön mit den Bergen im Hintergrund. Ich fühle mich ein wenig wie zu Hause; kein Wunder das ich der ganze Tag der Song « Homeward Bound » von Paul Simon im Kopf habe. Die 800m Steigung merk ich kaum, da es ganz regelmäßig hoch geht. Vor mir stehen bald richtige Bergen, steinig, gross, beeindruckend. Wenn ich ankomme lerne ich das die Luftseilbahn ausser Betrieb ist. Schade, kann nicht mal hier zelten und morgen hoch gehen. Ich sehe aber dann Plakate für verschiedene Wanderungen. Ein Ehepaar kommt im Moment gerade zurück und ich informiere mich über den Weg zustand; Schnee oben, bei 2000m, aber gut machbar.

Trotz es schon relativ dunkel ist muss ich nicht lange überlegen; ich packe alle meine warme Kleider, Matte, Schlafsack, ein wenig Essen und 2 Liter Wasser ein, und… Los! Der Mond ist auch schon da und wartet auf mich. 2.5 Stunde unter dem Mondlicht bringen mich schlussendlich zu eine kleine Hütte, wo ich schlafen werde. Es ist schon richtig kalt worden und bin froh das ich ein Dach und vier Wände gefunden habe, aber sonst hätte ich einfach unter freiem Himmel geschlafen. Die Nacht war kalt und meine Füße konnte ich nie aufwärmen, aber was ist das im Vergleich zum Gefühl, wieder mal zu Hause zu schlafen? 🙂

2 commentaires sur “Tagesbericht, 11. Dezember 2016

  1. Salut frerot,
    J’aime beaucoup que tu nous fasses découvrir les chansons qui t’habitent en même temps que les magnifiques paysages que tu traverses…
    Merci.